
Auf einer Produktionslinie mit einer Geschwindigkeit von 80–120 m/min gibt es keinen Spielraum für Fehler. Wenn die Tinte noch klebrig ist, wenn sie auf dem Substrat landet, resultieren daraus Mängel in der Qualität der Drucke, zusätzliche Bearbeitungsarbeiten und verlorene Produktionskapazitäten. Die Lösung liegt nicht einfach darin, mehr Lampen zu verwenden. Vielmehr handelt es sich um UV-Lampen, deren Leistung an den tatsächlichen Anforderungen bezüglich Intensität und Spektrum angepasst wird.
Wichtig ist dabei, die Chemie des Photoinitiators mit dem spektralen Ausgangsprofil der Lampe abzustimmen. Eine mit Gallium angereicherte Hochdruckmercurlampe lenkt die nutzbare Energie in den Bereich von 365–395 nm – dort werden viele freie Radikale sowie kationische Stoffe effektiv absorbiert. Das bedeutet konkret: Eine maximale Strahlungsintensität von über 8 W/cm² am Substrat sowie eine Heilungsenergie von 300–600 mJ/cm² – das reicht aus, um die Verbindung der Moleküle in 0,8–1,2 Sekunden herzustellen, selbst bei dicken weißen Untergründen.
In Kombination mit einem Dichroikreflektor (>85 % Reflexionsrate) sowie präziser Fokussierung kann man verhindern, dass unsichtbares Infrarotlicht auf den Stoff trifft, während das UV-Licht genau dort konzentriert wird, wo die Tinte aufgetragen wird. Die Länge des Lichtbündels sowie die Leistendichte werden so gewählt, dass das Lichtmuster vollständig abgedeckt wird – ohne Hotspots.
Der Vorteil ist klar: Hohe Geschwindigkeit ohne Kompromisse bei der Qualität. Die durch Gallium verbesserte Leistung sorgt für einen ausreichenden Photonenfluss für eine effektive Aushärtung – dadurch entstehen sofort fertige Bilder, und es können weitere Schritte ohne Verzögerung durchgeführt werden. Die Leistungsstabilität bleibt über 2.000 Stunden bei ±3 % innerhalb dieser Spanne. Nach 5.000 Stunden ist die Lebensdauer der Lampe noch zu 80 % erhalten – dadurch entfallen Wartungsarbeiten und Stillstandszeiten. Der Energieverbrauch sinkt ebenfalls – typische Systeme liefern dieselbe Heilungsenergie, jedoch mit 15–20 % weniger Energieeinsatz im Vergleich zu herkömmlichen Mercursystemen.
Ein praktischer Hinweis: Galliumangereicherte Lampen benötigen eine präzise Anzündspannung sowie eine passende Ballastanlage. Sie arbeiten kühler am Substrat – doch der Reflektor sowie das Gehäuse werden trotzdem heiß. Planen Sie daher die Luftzufuhr sorgfältig, überprüfen Sie die Kompatibilität der Anschlüsse sowie die notwendigen Abstände beim Aufbau der Lampe. Zudem sollten Sie das spektrale Profil der Lampe mit dem des Photoinitiators Ihres Tintenherstellers abgleichen, bevor Sie die Lampe in der Produktion einsetzen.